Buchbesprechung meines Mannes

Ein weiterer Buchtipp meines Mannes:
Francis Fukuyama, Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet

Hoffmann & Campe
Otto’s Tipp
In diesem bereits 2018 bei Farrar, Straus und Giroux in New York auf Englisch erschienenen neuen Buch sucht der Politikwissenschaftler (und Autor von „ Das Ende der Geschichte“) nach den Gründen für den Rückgang der Anzahl demokratischer Staaten zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Spannend ist seine Beschreibung des Spannungsfeldes zwischen Individualismus (ausgehend von Rousseau’s „Träumereien“), populistischem Nationalismus und dem „Thymos“ (aus Platon‘s „Der Staat“), dem Teil der Seele des Menschen, der dauernd nach Anerkennung und Identität strebt. Suche nach Anerkennung, und nicht wirtschaftliche Missstände allein, war auch der Auslöser der französischen Revolution und des Protestes des missachteten Strassenverkäufers in Tunesien 2011. Demokratie sei nur in bereits bestehenden Nationalstaaten möglich, die den Prozess der Ausgrenzung (zB Ausrottung der Indianer in den USA, der Maori in Australien), linguistischer und kultureller Grenzziehung und der Bildung einer nationalen Identität (wir mit dem Rütlischwur)bereits hinter sich hätten. Die allgemeinen Menschenrechte seien „freiwillig“ und könnten kaum ausserhalb des eigenen Territoriums durchgesetzt werden. In den Tagen der Wahl von Frau von der Leyen zur neuen EU-Kommissionspräsidentin, wirkt seine EU- Kritik sehr hart: „ die Eliten sprechen von einer immer engeren Union, während die Gespenster der einstigen nationalen Identitäten weiter wie unerwünschte Gäste herumlungern“. Die Einwanderung, vor allem von muslimischen Migranten, sei die grösste Herausforderung für Europa. Der Multikulturalismus habe bisher ja vor allem in den USA (mit nur 13% im Ausland geborenen Einwohnern) und Kanada (mit 20%) gut funktioniert (in der Schweiz waren es 2017 ebenfalls 20% im Ausland geborene und nicht 27% wie Fukuyama die OECD zitiert). Den Brexit vergleicht er mit dem Bruch Heinrich‘s VIII mit dem Pabsttum im 16. Jahrhundert. Lesenswert ist auch das Schlusskapitel „Was tun“ mit Vorschlägen wie der Einführung eines Pflichtdienstes als Militär- oder Zivildienst zur Stärkung des nationalen Gemeinschaftsgefühls und eines Treueeids auf die Verfassung bei der Einbürgerung. Ein wichtiges Buch gegen den populistischen Nationalismus von Trump und für multikulturelle Bekenntnisnationen, wie es die Schweiz und die USA seit langem und immer noch sind! Francis Fukuyama, geboren 1952 in Chicago, studierte Politische Philosophie in Ithaca. Berühmt wurde er 1989 durch seinen Essay „Das Ende der Geschichte“, in dem er im Zuge des Falls des Eisernen Vorhangs die liberale Demokratie als Höhepunkt der gesellschaftlichen Evolution bezeichnet. Er ist einer der bedeutendsten politischen Theoretiker in den USA und veröffentlichte zahlreiche Bücher zur US- Politik. Derzeit lehrt Fukuyama an der Stanford-Universität.

In den Tagen der Wahl von Frau von der Leyen zur neuen EU-Kommissionspräsidentin, wirkt seine EU- Kritik sehr hart: „ die Eliten sprechen von einer immer engeren Union, während die Gespenster der einstigen nationalen Identitäten weiter wie unerwünschte Gäste herumlungern“. Die Einwanderung, vor allem von muslimischen Migranten, sei die grösste Herausforderung für Europa. Der Multikulturalismus habe bisher ja vor allem in den USA (mit nur 13% im Ausland geborenen Einwohnern) und Kanada (mit 20%) gut funktioniert (in der Schweiz waren es 2017 ebenfalls 20% im Ausland geborene und nicht 27% wie Fukuyama die OECD zitiert). Den Brexit vergleicht er mit dem Bruch Heinrich‘s VIII mit dem Pabsttum im 16. Jahrhundert. Lesenswert ist auch das Schlusskapitel „Was tun“ mit Vorschlägen wie der Einführung eines Pflichtdienstes als Militär- oder Zivildienst zur Stärkung des nationalen Gemeinschaftsgefühls und eines Treueeids auf die Verfassung bei der Einbürgerung. Ein wichtiges Buch gegen den populistischen Nationalismus von Trump und für multikulturelle Bekenntnisnationen, wie es die Schweiz und die USA seit langem und immer noch sind! Francis Fukuyama, geboren 1952 in Chicago, studierte Politische Philosophie in Ithaca. Berühmt wurde er 1989 durch seinen Essay „Das Ende der Geschichte“, in dem er im Zuge des Falls des Eisernen Vorhangs die liberale Demokratie als Höhepunkt der gesellschaftlichen Evolution bezeichnet. Er ist einer der bedeutendsten politischen Theoretiker in den USA und veröffentlichte zahlreiche Bücher zur US- Politik. Derzeit lehrt Fukuyama an der Stanford-Universität.

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